Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Bauwerksprüfung der alten Kanalbrücke über die Weser in Minden vom 11. September bis voraussichtlich 05. Oktober 2020

Ausgabejahr 2020
Datum 11.09.2020

Die wasserbaulichen Ingenieurbauwerke der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung werden regelmäßig nach einer internen Vorschrift überprüft. Jetzt ist es die alte, unter Denkmalschutz stehende Kanalbrücke, die von sachkundigen Ingenieuren der Mindener Dienststelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Mittellandkanal/Elbe-Seitenkanal auf „Herz und Nieren“ geprüft wird.
Dabei wird der sogenannte Ist-Zustand des Bauwerks festgestellt, mit dem Soll-Zustand verglichen und bewertet. Ziel ist es, auch weiterhin die Sicherheit der baulichen Anlage zu gewährleisten.

Die Prüfung erfolgt in verschiedenen Arbeitsschritten über mehrere Wochen. Es werden die äußeren sichtbaren sowie inneren begeh-baren Anlagenteile, die Sichtflächen der Beton- bzw. Sandstein-konstruktion, die Widerlager und Betonpfeiler sowie die Bogenkonstruktion, auf denen die Kanalbrücke ruht, und anderes überprüft.

Die beweglichen Tragkonstruktionen der Revisionsverschlüsse werden auf den Einsatz für den wichtigsten Prüfungsanteil, der Trockenlegung des Trogteiles der Kanalbrücke, vorbereitet. Die Revisionsverschlüsse werden unter Taucherbeteiligung auf Funktionsfähigkeit und bauliche Sicherheit überprüft.

Für den Einbau und den Ausbau der Revisionsverschlüsse auf der West- und Ostseite der Kanalbrücke ist eine Schifffahrtsruhe erforderlich.

Nach der Sicherung der eingebauten Revisionsverschlüsse wird das Kanalwasser aus dem Kanalbrückentrog über Entleerungseinrichtungen in die Weser abgelassen. Danach wird der Trog der Kanalbrücke intensiv gereinigt, um anschließend die erforderlichen Zustandserfassungen vornehmen zu können.

Während der Trockenlegungszeit wird insbesondere die Beschaffenheit des Kanalbrückentroges untersucht. Es werden unter anderem die Sohlplatten und der Seitenschutz auf konstruktive Sicherheit, die Dichtungen im Bereich des Troges und der Übergänge von der Kanalbrückenkonstruktion zu den festen Betonwiderlagern auf Funktionsfähigkeit untersucht.

Die Trockenlegungszeit ist für die Konstruktion der Kanalbrücke ein unvermeidbarer Sonderlastfall. Die Wassermenge muss für die Überprüfungen aus dem Brückentrog abgelassen werden. Damit können die Temperaturwechsel zwischen Tag- und Nachttemperatur und insbesondere die Temperaturunterschiede zwischen Sonnen- und Schattenseite stärker auf das Bauwerk einwirken und größere Materialspannungen ergeben.

Die Feststellungen dienen auch der Planung und Terminierung von künftigen Maßnahmen zur Instandhaltung der Kanalbrückenanlage. Nach der Prüfung wird die Anlage wieder bis auf den Kanalwasser-stand geflutet und die beiden Revisionsverschlüsse ausgebaut.

Da diese Arbeiten nur zyklisch anfallen und große Unfallgefahren beinhalten, sind viele Abstimmungen, Unterweisungen und Besprechungen mit den beteiligten Mitarbeitern erforderlich, um den not-wendigen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu gewährleisten.

Für Fußgänger und Radfahrer bleibt die alte Kanalbrücke für die Dauer der Maßnahme aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Querung der Weser ist dann nur über die Nordseite der neuen Kanal-brücke möglich.

Ansprechpartner für die Maßnahme:
Axel Sohny Tel. 05 71 / 64 58 - 12 01 (Fachliche Auskünfte)