Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Düker und Durchlässe

Beim Bau des Mittellandkanals (MLK) und seiner Stichkanäle und des Elbe-Seitenkanals (ESK) mussten neben der Überführung von Straßen und Wegen durch Brücken auch zahlreiche Bäche, Gräben und Flüsse gekreuzt werden. Abgesehen von den Kanalbrücken an Weser, Leine und Ilmenau wurden für Fließgewässer als Kreuzungsbauwerke sogenannte Düker errichtet. Sie führen ein Gewässer unter MLK und ESK hindurch und dienen so der Erhaltung der Vorflut.

Die Bauweise der Düker ist abhängig von den örtlichen Begebenheiten, da sich die Abflussverhältnisse einzelner Bäche und Gräben bei Hoch-, Mittel- und Niedrigwasserständen als auch die Kanalquerschnitte entlang des MLK und des ESK unterscheiden. Der Düker besteht aus je einem Einlauf- und Auslaufbauwerk aus Stahlbeton und dem dazwischen liegenden Dükerrohr. Der Querschnitt des Dükerrohres ist in der Regel kreis- oder rechteckförmig und muss bei einer Länge von 50 m bis 100 m mindestens einen Durchmesser von 1,00 m besitzen, damit er begehbar ist. Die Dükerrohre wurden entweder in Stahlbauweise mit einem Korrosionsschutz aus Epoxidharzen bzw. Schleuderbeton oder in Betonbauweise hergestellt. Düker an Bächen und Gräben mit großen Hochwasserabflüssen haben sogar Hoch- und Niedrigwasserrohre, um die Entwässerung jederzeit zu gewährleisten.

Die Unterhaltungspflicht der Düker am MLK und am ESK obliegt der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Im Zuständigkeitsbereich des WSA MLK / ESK befinden sich 167 derartige Bauwerke, die regelmäßig inspiziert werden. Diese Inspektion hat den Zweck, etwa eingetretene Mängel am Bauwerk rechtzeitig zu erkennen, um diese dann zu beseitigen, bevor größerer Schaden eintritt oder die Bauwerkssicherheit beeinträchtigt wird. Die Bauwerksinspektion setzt sich aus der jährlichen Bauwerksüberwachung und der alle sechs Jahre stattfindenden Bauwerksprüfung durch den verantwortlichen Ingenieur des WSA zusammen. Zur Durchführung dieser Prüfung wird der Düker vollständig vom Wasser entleert und gereinigt. Solche Dükerreinigungen sind außerdem notwendig, wenn der Düker durch Schwemmgut, das sich infolge geringer Fließgeschwindigkeit am Boden des Dükerrohres ablagert, bzw. durch Treibholz, Mähgut oder Unrat verstopft ist.

Die Dükerreinigung wird von einer durch das WSA beauftragten Spezialfirma durchgeführt, die die trocken gelegten Dükerrohre mit einem Saug- und Spülwagen reinigt. Nach der Säuberung wird das Bauwerk dann im Rahmen der Bauwerksprüfung auf technische Mängel kontrolliert.

Draufsicht und Längsschnitt Düker Draufsicht und Längsschnitt Esterau-Düker Draufsicht und Längsschnitt Esterau-Düker

Draufsicht und Längsschnitt Durchlass Draufsicht und Längsschnitt Durchlass Draufsicht und Längsschnitt Durchlass "Alte Elbe" Nr. 441

Zuständigkeitsbereich Minden

Im Zuständigkeitsbereich des WSA MLK / ESK Standort Minden befinden sich 66 Düker.

Der größte Düker ist der Hase-Düker. Die Hase entspringt im Raum Melle (Wellingholzhausen) und mündet bei Meppen in die Ems. Nördlich von Osnabrück fließt die Hase weitgehend parallel zum Stichkanal Osnabrück und kreuzt in Bramsche bei MLK-km 30,032 den Mittellandkanal mittels eines Dükers. Der Hase-Düker besitzt drei rechteckförmige Querschnittsöffnungen mit folgenden Abmessungen: 2 Öffnungen von je 6,80 m Breite und 3,90 m Höhe und 1 Öffnung von 5,40 m Breite und 3,90 m Höhe.

Die Länge des aus Stahlbeton hergestellten Dükers beträgt zwischen dem Ein- und Auslaufbauwerk 81,28 m. Am Auslaufbauwerk besteht über sechs Grundablässe außerdem die Möglichkeit, bei Bedarf bis zu 21 m³/s Wasser zur Hochwasserentlastung aus dem MLK in die Hase abzuleiten.

Zuständigkeitsbereich Braunschweig

Im Zuständigkeitsbereich des WSA MLK / ESK Standort Braunschweig befinden sich 41 Düker.

Der größte Düker ist der Oker-Düker. Er kreuzt den Mittellandkanal nördlich von Braunschweig bei MLK-km 218,320 und besteht aus drei rechteckförmigen Stahlbetonleitungen, die eine Durchflussmenge von 225 m³/s ermöglichen. Die Abmessungen der 3 Öffnungen betragen jeweils 5,60 m x 5,60 m (Querschnittsfläche A = 30,08 m²) bei einer Länge von 64,28 m zwischen Ein- und Auslaufbauwerk. Im Einlaufbereich befindet sich ein Sandfang mit einem Fassungsvermögen von 1900 m³.

Okerdüker Längsschnitt Okerdüker Längsschnitt

Okerdüker Querschnitt Okerdüker Querschnitt

Zuständigkeitsbereich Uelzen

Im Zuständigkeitsbereich des WSA MLK / ESK Standort Uelzen befinden sich 16 Düker und 16 Durchlässe am Elbe-Seitenkanal und 26 Düker und 2 Durchlässe am Mittellandkanal.

Der größte Düker ist der Neetze-Düker (Bauwerk Nr. 531) mit einer Länge von 153,86 m. Er kreuzt den Elbe-Seitenkanal zwischen Scharnebeck und Artlenburg kurz vor der Elbe bei ESK-km 110,959. Er besitzt vier rechteckförmige Röhren mit den Abmessungen: 2 Öffnungen jeweils 4,00 m x 2,50 m (Querschnitt: jeweils 10,00 m²), 1 Öffnung 2,00 m x 2,50 m (Querschnitt: 5,00 m²) und 1 Öffnung 2,50 m x 2,50 m (Querschnitt: 6,25 m²), die bei Bedarf eine Durchflussmenge von 36,70 m³/s ermöglichen.

Draufsicht und Querschnit Neetze-Düker (Nr. 531) Draufsicht und Querschnit Neetze-Düker (Nr. 531) Draufsicht und Querschnit Neetze-Düker (Nr. 531)

Der längste Düker ist der Esterau-Düker (Bauwerk Nr. 521) mit einer Länge von 208,01 m. Er kreuzt den Elbe-Seitenkanal nördlich der Schleuse Uelzen bei ESK-km 60,822 und besitzt 3 rechteckförmige Röhren, davon 2 Öffnungen mit einer Breite von 3,00 m und einer Höhe von 2,00 m (Querschnitt jeweils 6,00 m²) und 1 Öffnung mit einer Breite von 0,80 m und einer Höhe von 2,00 m (Querschnitt: 1,60 m²). Die größte Durchflussmenge beträgt 19,04 m³/s.